Stellungnahme zum Artikel in der Zeitschrift “Manuelle Medizin” (Vol. 49, Nr. 5)

Unser Dozent Dr. med. Christian Stein nimmt zum Artikel persönliche Stellung und ergänzt:

Die Erklärungsmodelle und Bilder zum beschriebenen Triggerband sind so nicht ganz korrekt dargestellt! Sie stellen lediglich eine Interpretation von Herrn Römer / der IFO dar und sind so nicht von S. Typaldos beschrieben worden. Sowohl Lokalisation, Pathomechanismus und die Therapieerläuterungen sind so von den meisten Instruktoren, die (mich eingeschlossen) selbst noch mit Typaldos über die Modellvorstellung sprechen konnten, nicht nachvollziehbar.

In der engl. Originalausgabe (4. Version -S.19) heißt es: „Triggerbands are anatomical injuries to banded fascial tissues in which the fibers have become distorted…“ Er selbst hat es im Buch als „banded fascia“ – also bandartige Faszie – beschrieben. Ihre geschilderten Bilder und die Beschreibungen zielen eher auf die von Dr. Guimberteau geschilderte subcutane Zone mit dem “mikrovakuolär-kollagenem dynamischen Stoßdämpfersystem” (MCDAS – s. http://www.guimberteau-jc-md.com/en/Books/newideas/ch1accueil.htm). Hier wird von Guimberteau eher – wie es im Film heißt – eine „chaotische Faszienorganisation“ beschrieben und keine gerichtete Faszie, wie von S. Typaldos gemeint war. Somit wäre die im Artikel und Bild zu behandelnde Struktur zu hoch angesetzt! Auch die pathophysiologischen Erklärungen Ihrerseits (unter der Grafik):„ Behandlung der Aufspaltung durch Druck von außen auf die Faszie. Die entfernten „Spinnenfäden“ werden wieder zusammengefügt und haben dadurch wieder die Möglichkeit, sich zu vernetzen. Bei einer unbeschädigten Faszie haben wir ein komplexes dreidimensionales Netzwerk von Spinnfäden.“ treffen demnach für den von Typaldos beschriebenen Vorgang nicht zu.

Er beschreibt auf Seite 19 :„Triggerband technique is the manual method for correcting distorted fascial bands. The goal of the treatment is to physically break fascial adhesions (if the injury is chronic), untwist the distorted band or sub-bands (individual fibers of the band), and reapproximate the torn fibers.“ und auf  (S. 23):“Healing of the distorted fascial band, ligament, tendon, or other banded fascial structure occurs when the separated fibers are re-approximated and the ends of the fractured crosslinks reattach. The healing time for re-linking is almost immediate when the fascial fibers are in close proximity, but is extended if the fibers are not properly realigned.“

Typaldos meint also scheinbar eine festere, derbere Struktur als ein oberflächliches Netz aus Spinnenfäden.

Vielen Dank geht noch einmal an Frau Dr. Bleuel für Ihr freundliches Engagement, Ihren Rückruf und die Diskussionsbereitschaft!

Kommentare sind deaktiviert.